Ich baue mir meine Welt, wie sie mir gefällt........

winterharte Palmen

Von Helgoland über Flensburg, quer runter nach Konstanz oder bis in den tiefen bayrischen Wald findet man Palmen in privaten Gärten, öffentlicheen Anlagen, in Erlebnisparks, in botanischen Gärten und natürlich auch in Tiergärten.

Tatsächlich gibt es einige Palmenarten, die sich mit einem vergleichbar kleinen Aufwand in unseren Breiten überwintern lassen.

 

chinesische Hanfpalme

Die bekannteste und am weitesten verbreitete Palme in deutschen Gärten ist die Hanfpalme (Trachycarpus fortunei,  alte Bezeichnung Chamaerops excelsa).

Diese hochstämmige Palme mit ihrer windmühlen artigen Palwedelkrone veträgt mehr als -10 Grad Celsius am Stamm und an den Wedeln. Dem Grün der Wedel macht es nichts aus, über mehrere Wochen gefroren zu sein, solange eine kritische Temperaturgrenze von ca. -14 Grad nicht unterschritten wird.

Ihr Wurzelwerk veträgt Temperaturen von maximal ca. -6 Grad. Selbst in den kalten Landesteilen bedarf es langer und harter Fröste, bis der Boden komplett bei -6 Grad gefroren ist. Diese erstaunliche Frosttauglichkeit macht die Hanfpalme auch zu einem guten Kandidaten für die Kübelhaltung. Es erlaubt dem Gärtner seine Palme lange im Freiland zu belassen. Erst wenn härtere Fröste einsetzen kommt eine Hanpalme in Kübelhaltung für kurze Zeit ins Winterquartier.

Die Temperaturangaben in Bezug auf die Frosthärte bezieht sich auf gesunde, gut eingewurzelte Hanfpalmen. Ist eine Palme aufgrund kleiner Wurzelmasse (frisch importierte Pflanzen), oder aufgrund falscher Bewässerung oder durch Krankheiten geschwächt, kann die Frosthärte erheblich von diesen Werten abweichen.

Deshalb schützen wir unsere neu ausgepflanzten Palmen in den ersten 2-3 Wintern vor Frösten die stärker sind als -8 Grad Celsius.

Siehe hier auch unter Winterschutz für winterharte Palmen.

Hanfpalmen wachsen an allen Standorten im Garten, bevorzugen jedoch sonnige Plätze. Der Wasserbedarf ist wie bei fast allen Palmen sehr hoch! Bei sonnigem Wetter brauch die alle 2-3 Tage größere Mengen Wasser. Bei großen Exemplaren können das dann auch 50-60 Liter pro Bewässerung sein.

Mit der Trachycarpus wagnerianus gibt es eine Kulturvariante der Hanfpalme, die keinen natürlichen Verbreitungsraum hat. Ihre Palmwedel sind etwas kompakter und kleiner, der Wedel selber ist fester und weniger windanfällig als bei der Naturvariante.

Die Wagnerianus lässt sich mit der Naturform kreuzen und unterliegt den gleichen Kulturbedingungen.

 

Neben der Hanfpalme gibt es aber auch noch einige andere lohnenswerte Palmen für den Garten. Was ihre Haltung betrifft gilt vergleichbar das zur Hanfpalme gesagte, allerdings sind die Frosthärten geringer. Zu den bekanntesten zählen:

 

Zwergpalme

Die Zwergpalme (Chamaerops humilis) ist die einzige in Europa beheimatete Palme. Sie ist der Hanfpalme ähnlich, wächst jedoch buschig-mehstämmig, hat kleinere Palmwedel und wächst deutlich langsamer in die Höhe. Ausgewachsene Pflanzen können aber auch Höhen von 2-3 Metern erreichen.

Zu der Familie der Zwergpalmen gehören diverse Vertreter, die sich in der Farbe der Wedel und Wuchsform unterscheiden.

Ihre maximale Frostgrenze liegt bei ca. -6 bis -8 Grad.

Ich beheize ab - 6 Grad.

 

Kanarische Dattelpalme / Canarenpalme

Die Phoenix canariensis ist ebenfalls eine bedingt wintertaugliche Fiederpalme, der man Temperaturspitzen von -10 Grad nachsagt. Es gibt keien Baumarkt, wo man diese wirklich schöne Palme nicht schon ab 5 Euro aufwärts erwerben kann.

Sie braucht eine große Fläche um sich auf Dauer schön ausbreiten zu können. Für den Winter kann man selbst alte und sehr große Palmen auf ca. 1,5 Meter Durchmesser zusammenbinden.

Ich beheize diese Palme ab -5 Grad.

 

Geleepalme

Die Butia capitata ist eine von diversen Vertreterinnen der Familie der Geleepalmen. Diese aus Südamerika stammende Fiederpalme kann einige Frostgrade hinnehmen, ohne größere Schäden zu erleiden. Einige Butias werden mit Temperaturspitzen von -8 bis -12 Grad gehandelt. Ich persönlich riskiere bei keiner Butia mehr als -6 Grad und beheize in der Regel ab -4 Grad.

Wie alle Fiederpalmen braucht auch die Butia schon in jungen Jahren viel Platz in der Fläche. Zwei Meter Durchmesser sollte man ihr gönnen. Für die winterliche Schutzverpackung kann man sie auf ca. ein Meter Durchmesser zusammen binden

 

Petticoat-Palme / Washingtonia

Von der Petticoat-Palme werden zwei Naturvarianten unterschieden, die W. robusta und die W. filifera. Der Verbreitungsraum sind die südlichen USA und Mittelamerika.

Ich habe persönlich noch keine Washingtonia in Deutschland gesehen, die sich eindeutig der W. robusta, oder der W. filifera zuornden lässt, weshalb ich hier auch nicht näher zwischen den beiden Sorten unterscheide.

Anmerkung: Einige Unterscheidungsmerkmale zeigen sich erst bei älteren Pflanzen, weshalb ich sie ggf. selber noch nicht beobachten konnte..., zudem stammen praktisch alle hier verkauften Pflanzen von Plantagen aus Italien, Spanien und Co., was das Risiko birgt, dass es in Deutschland viele Naturkreuzungen im Handel gibt, die keine eindeutigen Merkmale zu der einen oder anderen Sorte entwickeln)

Die Petticoat-Palmen haben auf jeden Fall eine irre Wachstumsgeschwindigkeit. Sie brauchen viel Platz, weil die einzelnen Wedel schon nach wenigen Jahren bis zu eienem Meter Durchmesser haben. Die Washingtonias wachsen selbst bei niedrigsten Plusgraden. Sie haben eine erstaunliche Regenerationsfähigkeit. Ich selber halte einige Exemplare davon seit vier Jahren im Freiland. Nach einem Temperatursturz auf -18 Grad (davon hat die Palme im Winterschutz sicher -10 Grad abbekommen) waren alle Wedel erfroren. Bereits vier Wochen nach Beendigung der Frostphase war ein neuer Wedel gewachsen.

Die Washingtonia gehört früh in einen Winterschutz, der Schnee und Regen von den Wedeln fern hält. Leichter Frost in Kombination mit Nässe führt zu punktuellen Blattschäden. Ab -1 Grad wird die Washingtonia bei mir beheizt.

 

Cordyline australis

Die Cordyline ist weder eine Palme, noch eine Yucca. Aber die hochstämmige, schnell wachsende, yucca-artige Pflanze verfügt über ein erstaunliches Wintertalent und sollte in keinem mediterranen Garten fehlen. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet ist Neuseeland und Teile Australiens.

Es gibt im groben 2 Farbvarianten, eine grüne und eine rote Cordyline.

Das größere Wintertalent hat die grüne Cordyline. -8 Grad steckt sie in der Regel ohne Schäden weg. Der größte Schwachpunkt bei Frost ist der relativ dünne Stamm. Gefriert dieser, platzen die Leitungsbanen und die Cordyline lässt im Frühjahr urplötzlich den Kopf hängen. In der Regel treibt sie dann an anderen Stellen aus dem Stamm neu aus. Sollte der ganze Stamm erfroren sein, treibt sie aus dem Boden neu aus. Eine erstaunliche Pflanze, die sich über diverse Neuaustriebe aus dem Boden und Stamm mit der Zeit in eine sehr buschige Exotenpflanze verwandelt.

Die rote Cordyline verträgt weit weniger Frost. Die Blätter nehmen schon ab -2 bis -4 Grad Schaden an und verlieren ihre schöne rote Farbe. Aber mit ein wenig Winterschutz und einer Beheizung bekommt man einen echten Hingucker im Garten. Irgendwann wird sie dann leider zu groß und kann im Winter nicht mehr ausreichend geschützt werden....., dann treibt auch die rote Cordyline wieder aus dem Boden aus.

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